Netz Psy

Ausgangslage
  
PsychologInnen verfügen über eine qualifizierte Universitäts- oder Hochschulausbildung und als FachpsychologInnen für Psychotherapie zusätzlich über eine mindestes vierjährige postgraduale Weiterbildung.
 
Das Psychologieberufegesetz (PsyG), das am 18. März 2011 mit überwältigender Mehrheit vom Parlament angenommen worden ist und am
1. April 2013 in Kraft gesetzt wurde, regelt neu den Titelschutz und bestätigt die hohen Anforderungen an die Aus - und Weiterbildung. Für uns PsychologInnen und psychologischen PsychotherapeutInnen - insbesondere aber auch für die Klienten und Patienten - ein wichtiger Schritt im Hinblick auf die eigenständige Positionierung qualifizierter psychologischer Dienstleistungen!
 
Psychologische „PsychotherapeutInnen FSP“ sind inzwischen in grösserer Anzahl als ihre KollegInnen, die ärztlichen „PsychotherapeutInnen FMH“(Kocher und Ogier, Gesundheitswesen Schweiz, 2010) und auch ärztliche PsychotherapeutInnen orientieren sich vorwiegend an psychologischen Konzepten.
 
Trotzdem besteht nach wie vor keine Äquivalenz ärztlicher und psychologischer Psychotherapie: Psychotherapie in der Grundversicherung ist und bleibt vorläufig eine ärztliche Leistung und darf von PsychologInnen nur als „delegierte Psychotherapie“ d.h in Anstellung bei einem Arzt/Psychiater durchgeführt und abgerechnet werden - dies im Gegensatz etwa (zu ärztlich angeordneter) Physiotherapie oder Ernährungsberatung. *

Indem wir diesen Zustand aber nicht bejammern, sondern uns als selbstständig arbeitende PsychologInnen in einem NETZ-PSY zusammenschliessen, positionieren wir uns im Psychomarkt als eigenständige Unternehmer und setzen als psychologische PsychotherapeutInnen ein visionäres Zeichen für eine Psychotherapie auf gleicher Augenhöhe mit (und nicht gegen)den ärztlichen KollegInnen. Die Tatsache der(noch) ungleich langen Spiesse im Markt soll als Unterschied kreativ genutzt und gestaltet werden.
 
Was will NETZ-PSY und wer gehört dazu?
 

  • NETZ-PSY ist eine Plattform für PsychologInnen und psychologische PsychotherapeutInnen, die selbstständig (nicht delegiert) arbeiten und sich in ihren qualifizierten Dienstleistungen auch als Unternehmer vernetzen und gegenseitig unterstützen wollen (Allianzen statt Koalitionen). Die Praxisräumlichkeiten der NETZ-PSY Assozierten sind nicht an ein und denselben Ort gebunden,
  • Alle NETZ-PSY Assozierten erfüllen(schon heute) die Bedingungen des Psychologieberufegesetzes und bieten ihre Leistungen unter dem Label LOGISCHPSYCHOLOGISCH an. Dieses Label steht für wissenschaftlich qualifizierte psychologische Beratung und Psychotherapie.
  • Alle Netz-PSY Assozierten sind Mitglieder eines Pychologenverbandes (z.B. FSP, SBAP, ASP). NETZ-PSY selber ist aber weder ein Verein noch einem Berufsverband angegliedert.
  • Es besteht eine fortlaufend geführte Mitgliederliste, die für alle einsehbar ist und auch gegen aussen abgegeben werden darf (z.B. Klienten, KollegInnen u.a.)
  • Für psychologische Psychotherapie gibt es keine Tarifregelung. Die Honorare von NETZ-PSY Assozierten orientieren sich am Markt.
  • NETZ-PSY nutzt alle Synergien zumWohle der Klienten und Patienten. Die assozierten, selbstständig arbeitenden PsycholgInnen kooperieren mit allen relevanten Institutionen und Berufsgruppen, insbesondere auch mit den delegiert arbeitenden psychologischen und ärztlichen KollegInnen.
  • Darüber hinaus fördert NETZ-PSY den kritischen Diskurs über Sinn und Zweck von Psychotherapie bzw. zweckmässige und wirtschaftliche Versicherungsmodelle für eine innovative Psychotherapie.

*„Das Konstrukt der delegierten Psychotherapie trägt nicht nur den Qualifikationen der Psychotherapeutinnen und –therapeuten ungenügend Rechnung, es steht auch im Widerspruch zum Psychologieberufegesetz“
 
(Fachgruppe Psychotherapie FSP, zit nach Psychoscope 11/2011, S.26).